Das Welttreffen der Familien von Rom ist auf 2022 verschoben

    Wie in der Mitteilung des Pressebüros des Heiligen Stuhls vom vergangenen 10. April 2020 berichtet wird, “hat der Heilige Vater, zusammen mit dem Dikasterium für die Laien, die Familie und das Leben, beschlossen aufgrund der aktuellen Gesundheitssituation und ihrer Folgen für das Verreisen und Versammeln von Jugendlichen und Familien das nächste Welttreffen der Familien, das im Juni 2021 in Rom stattfinden soll, um ein Jahr auf Juni 2022 zu verschieben”. Auch der Weltjugendtag ist verschoben worden.

    Die Familien werden sich im Juni 2022 statt 2021 in Rom treffen. In einem Interview von Vatican News erläutert Kardinal Kevin Joseph Farrell, Präfekt des Dikasteriums für Laien, Familie und Leben, ausführlich die Gründe für diese Verschiebung:

    R. – Bei diesen beiden Terminen handelt es sich um zwei internationale Ereignisse, und in der Situation, in der wir uns jetzt befinden, ist es sehr schwierig zu wissen, wie unser Leben nach dieser Pandemie aussehen wird. Das Welttreffen der Familien war für Juni nächsten Jahres geplant, und nun müssen natürlich alle organisatorischen und logistischen Fragen geklärt werden, um sich auf dieses Ereignis vorzubereiten. Jetzt sind wir uns jedoch nicht sicher, wie die wirtschaftliche Situation und die Situation der Menschen und Familien im nächsten Jahr aussehen wird, und es ist nicht sicher, ob im nächsten Jahr viele Menschen aus dem Ausland zu dieser Veranstaltung nach Rom kommen werden können. Und so haben der Heilige Vater und wir im Dikasterium nach Rücksprache mit dem Vikariats hier in Rom und den Verantwortlichen in Portugal, dass es am besten wäre, ein Jahr zu warten, bevor wir mit der Vorbereitung dieser internationalen Veranstaltungen beginnen. So wurde beschlossen, dass der Termin mit den Familien 2022 in Rom und 2023 für die Jugendlichen in Lissabon stattfinden soll. Es besteht Besorgnis über die Zukunft, so wie sie sein wird. Wir hoffen, dass wir zur Normalität unseres Alltagslebens zurückkehren können, aber das ist nicht realistisch. Ich glaube, viele Leute denken, dass es mindestens zwei oder drei Jahre dauern wird, bis sie wieder zur Normalität zurückfinden.

    Diese internationalen Treffen bedeuten für eine beträchtliche Anzahl von Menschen die Notwendigkeit zu reisen. Wir wissen nicht, wie die Aussichten für die Zukunft sein werden: Wie wollen Sie vorgehen?

    R. – Fast alle Diözesen der Welt organisieren Veranstaltungen in ihrem eigenen Land, und es finden Treffen für Familien und junge Menschen statt. Wir setzen uns weiterhin dafür ein, allen Bischöfen bei der Förderung des Familienlebens zu helfen und arbeiten auch mit jungen Menschen in den Diözesen zusammen. Wir hoffen, dass es diese internationalen Welttreffen weiterhin geben wird, aber wie ich bereits sagte, ist es unrealistisch zu glauben, dass die Menschen innerhalb der nächsten zwei Jahren frei reisen können. Unsere Aufgabe ist nicht nur die Organisation dieser beiden Veranstaltungen, sondern auch die tägliche Arbeit, die wir tun müssen, um das Familienleben und auch das christliche und jugendliche Leben weiter zu fördern.

    Der Lockdown, den wir in so vielen Ländern auf der ganzen Welt erlebt haben, lädt uns ein, das Wesentliche und die zentrale Stellung der Familie in den Blick zu nehmen. Welche Lehren können wir aus dieser Situation ziehen?

    R. – Ich glaube, dass der Papst jeden Tag eine Botschaft an alle Menschen der Welt gegeben hat: Die Familie ist der zentrale Ort unseres Lebens, sie lehrt uns so viel. Das wir in diesen Tagen gezwungen waren so vereint als Familie zu leben, lehrt uns viele Dinge, z.B. ohne Egoismus zu leben. Was wir erlebten, war eine Gelegenheit, die der Herr uns gegeben hat, zu lernen, den Egoismus vor der Tür zu lassen und jeden Menschen als Bruder oder Schwester zu sehen. Eine Sache, die wir in diesen Tagen lernen konnten, ist, dass die Familie auch ein Ort ist, an dem wir einander kennenlernen können, denn es gibt so viele Dinge im Leben eines jeden von uns, die jeden Tag passieren, dass wir manchmal die Bedürfnisse der Menschen um uns herum nicht erkennen, weil wir so besorgt um uns selbst sind. Dann ist es Zeit zu lernen den Egoismus aus unserem Leben zu verbannen und uns darum zu kümmern, andere Menschen anzuschauen.